Daten tanzen – eine extrem analoge Erfahrung

Ein Beitrag von Andreas von Czapiewski

Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen, als Referent zur 30. Tagung der ERFA-Freizeitparks eingeladen zu sein. Die ERFA-Freizeitparks ist ein Netzwerk mittelständischer Freizeitparks, das sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch trifft. Ich hatte vor, die Datenanalyse in der selly Foodservice Cloud vorzustellen. Was ich jedoch nicht ahnte: Vor welche Herausforderungen mich dieser Vortrag noch stellen würde …

Michael Möhring, Initiator und Ausrichter dieser Gruppe, hatte etwa 100 Fachleute an den Bodensee auf die Insel Mainau eingeladen. Und Möhring wäre nicht Möhring, wenn er nicht einige Überraschungen für Gäste und Referenten parat gehabt hätte.

Bevor ich dazu komme, darüber zu berichten, muss ich unbedingt ein Kompliment an den Veranstalter und die anderen Referenten loswerden: und zwar für das besonders innovative Format von Produktvorstellungen. Ganze 15 (!) Pitches von je 7 Minuten Länge in 3 Etappen haben Informationen über Produkte, Innovationen und Dienstleistungen auf prägnante, kurzweilige und abwechslungsreiche Art vermittelt. Das habe ich so zuvor noch nie erlebt, bin noch immer begeistert und gratuliere der ERFA-Freizeitparks zu dieser Idee.

Mich hatte man eingeladen, um über unsere Benchmark-Optionen in der selly Foodservice Cloud zu sprechen. Ich hatte also höchstens 15 Minuten Zeit, um darüber zu berichten, wie wir mittels Datenanalysen den Teilnehmern der ERFA neue Erkenntnisse verschaffen können: inwieweit ihre jeweiligen Einkaufskonditionen den allgemeinen Markttrends folgen, ihnen vorauseilen oder eher hinterherhinken. Wir haben es hier mit einem klassischen Big-Data-Thema zu tun, das weit über einen einfachen Preisvergleich hinausgeht. Stattdessen messen wir die Dynamik der Preisveränderungen und bilden diese in Indizes für 196 Waren- oder Produktgruppen ab.

Und dann kommt mein Freund Michael Möhring zu mir und sagt: „Andreas, dein Vortrag findet auf dem Weg von Konstanz nach Friedrichshafen statt … auf dem Schiff. Du brauchst keinen Rechner oder sowas mitbringen, das geht auf dem Schiff nämlich nicht. Lass dir was einfallen. Du schaffst das schon …“

Da stand ich also und hatte ein Problem. Wie vermittelt man hundert Leuten auf einem Bodenseedampfer ohne technische Hilfsmittel, wie wir mit unserem Benchmarksystem zeigen können, ob eine Einkaufsstrategie gemessen am Markt erfolgreich ist? Keine Diagramme für Preistrends in Warengruppen, keine Tortendiagramme für den Warenkorbvergleich, keine Balkendiagramme, die Mehr- oder Minderkosten gegenüber dem Benchmark aufzeigen. Überhaupt keine Diagramme!

Die Lösung fanden unsere Jungs vom selly-Datawarehouse-Team. „Chef, du musst das Fischstäbchen tanzen!“ Das war so einfach wie genial – und der Erfolg gab ihnen Recht. Also haben meine Zuhörer und ich gemeinsam diesen Vortrag „getanzt“. Die Zuhörer bildeten mit ihren Sitzreihen Warengruppen ab. Das Aufstehen und Setzen zeigte die Dynamik von Preisveränderungen. So konnte jeder mitmachen und beobachten, wie sich dynamische Änderungen in einer Gruppe messen und vergleichen lassen. Und auch Leute, die Zahlen strunzlangweilig finden, waren hellwach. Was will man mehr?

Haben auch Sie mal Lust auf ein Tänzchen mit Ihren Daten? Dann hinterlassen Sie einfach hier Ihre Kontaktdaten mit dem Stichwort „Benchmark“. Wir melden uns dann bei Ihnen und suchen gemeinsam die richtige Musik aus. Versprochen.

Über den Autor

Andreas von Czapiewski ist der Gründer und Geschäftsführer von sellysolutions. Er ist in Rostock geboren, hat in Wismar studiert und lebt seit 30 Jahren in Berlin. Bereits 1989 gründete er eines der ersten privaten Softwareunternehmen in Ostberlin.