20 Jahre selly: Eine fantastische Zeit

Ein Beitrag von Andreas von Czapiewski

Alles neu macht der Mai. selly hat nicht nur eine neue Website, sondern auch dieses Blog gestartet. Bloggen erlaubt es uns, unsere Gedanken in mehr Worte zu fassen, als auf eine Powerpoint oder eine normale Website passt. Wir haben tolle Geschichten zu erzählen und ein Blog erscheint uns als das geeignete Medium, das auch Spaß verbreitet.

In diesem Jahr wird selly 20 Jahre alt. Die Zeit ist so schnell vergangen. Es fühlt sich eher an wie 20 Monate. Aber wenn man dann in den Spiegel schaut, wird einem klar, dass es tatsächlich 20 Jahre sind. Es war eine fantastische Zeit mit vielen Erlebnissen und tollen Begegnungen. Das wollen wir mit unseren Kunden und Partnern zusammen feiern, und zwar bei der 20-Jahre-selly-Party.

Die Anfänge von selly: „Dieses Internet, das geht bestimmt wieder weg“

1998 waren wir ein Start-up, eine Ausgründung eines Softwareunternehmens. 1999 haben wir dann selly auf den Markt gebracht, die erste Online-Bestellplattform für die Foodservice-Branche. Für die Branche war das völlig exotisch. Man muss sich vorstellen, dass die meisten Menschen mit dem Internet nichts anfangen konnten. Die dachten sich: „Ach, dieses Internet, das geht bestimmt wieder weg.“ Wir haben da mehr Missionarsarbeit als technische Arbeit geleistet. Zum Beispiel hatten wir einen Marketingchef eines großen Unternehmens als Kunden. Er war total begeistert von selly und meinte: „Ich schicke Ihnen mal ein paar tolle Bilder für Ihre Webseite zu.“ Und die schickte er dann auch – per Fax. Das mit dem Internet hatte er noch nicht so ganz verstanden.

Der Wendepunkt: Insolvenz und Unabhängigkeit

Dann platzte die erste Internetblase. Und damit brach auch unsere Fremdfinanzierung zusammen. Es gab damals nur zwei Möglichkeiten: aufhören oder mit nix weitermachen. Damals haben wir uns für das entschieden, was wir heute auch unseren Kunden ermöglichen: unabhängig und selbstbestimmt zu arbeiten. Wir haben uns gesagt: Unsere Technologie ist so gut, dass sie das Geld schon verdienen wird. Zu diesem Zeitpunkt waren wir eine kleine Truppe von 10 Leuten – von ehemals 45. Davon sind übrigens sechs immer noch dabei. Wir haben keine Kredite oder Leasingverträge mehr aufgenommen, sondern viel Arbeit und Geduld investiert. Und das hat funktioniert.

Aus der Not geboren: Effizienz und Klarheit

Man muss sich die technischen Herausforderungen zur Jahrtausendwende verdeutlichen. Damals gab es keine schnelle Datenübertragung, da hat man mit einer Geschwindigkeit von 9,6 kbit/s gearbeitet. Heute haben wir das 5.000-fache an Bandbreite. Wir waren also gezwungen, effiziente Strukturen zu schaffen, die mit wenig Energie und Aufwand auskommen. Dadurch haben wir eine extrem effiziente, klare Software, die in jeder technischen Evolutionsstufe mitgewachsen ist: von der reinen Bestellung über die Planung und Kalkulation bis zur Warenwirtschaft auf dem Mobilgerät. Diese Effizienz und Klarheit zeigt sich auch heute noch: Unsere Nutzer möchten wir nicht mit Informationsmengen und Bildern überfluten. Wir arbeiten daher mit sehr sparsamen, fast schon minimalistischen Bedienelementen. Uns geht es um den Kernprozess: Ware einfach und sicher bestellen und pünktlich bekommen, das ist das Wichtigste.

Gemeinsam den Markt verstehen: Programmierer und Köche im Team

Wir sind als Technologieteam gestartet, haben aber mit den Jahren gemerkt, dass wir zunehmend Leute aus der Branche dabei haben möchten. Uns war es immer wichtig zu verstehen, wie der Markt tickt. Von Anfang an haben wir uns auch auf die emotionale Wellenlänge der Kunden begeben. Das bedeutet, nicht nur auf die offensichtlichen Dinge, sondern auch die emotionalen Befindlichkeiten einzugehen. Wenn man die verstanden und umgesetzt hat, kann man in so einem Markt existieren und wird angenommen. Ein Beispiel: Viele Küchenchefs, zum Beispiel in Seniorenheimen, kämpfen täglich mit ihren Budgets. Dabei bleiben Kreativität und Spaß oft auf der Strecke. Das war für uns der Ansporn, die Speiseplanung und Rezeptkalkulation einzuführen. Dadurch können Köche genau kalkulieren, wie sie ihr Geld bestmöglich ausgeben und dabei die Qualität für ihre Gäste im Blick behalten. selly achtet darauf, dass sie nicht aus dem Budget fallen. Technik soll demjenigen helfen, der sie einsetzt. Übrigens sind aus dieser engen Zusammenarbeit mit Kunden viele Freundschaften entstanden und wir freuen uns, auf der 20-Jahre-selly-Party hoffentlich viele Leute wiederzusehen, die uns wichtig geworden sind und uns Teile des Weges begleitet haben.

Ein Blick in die Zukunft: Die nächsten 20 Jahre und mehr

Natürlich wollen wir wachsen, aber nicht auf Teufel komm raus. Alle Dinge, die wir tun, sollen eine gewisse Nachhaltigkeit haben, Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit. Wir machen keine Schnellschüsse oder verrückte Experimente mit unseren Kunden. Wir sind ein absolut zuverlässiger Partner für unsere Kunden, Tag für Tag, rund um die Uhr. Auch für die kommenden 20 Jahre und darüber hinaus. Wie wir uns das vorstellen, können Sie an dieser Stelle in den nächsten Wochen lesen.  

Über den Autor

Andreas von Czapiewski ist der Gründer und Geschäftsführer von sellysolutions. Er ist in Rostock geboren, hat in Wismar studiert und lebt seit 30 Jahren in Berlin. Bereits 1989 gründete er eines der ersten privaten Softwareunternehmen in Ostberlin.